Pott-Facts

Das Ruhrgebiet besteht aus 11 kreisfreien Städten und vier Kreisen, in denen 5.112.050 Menschen leben. Das sind 28,5 Prozent der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen und 6,1 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.

Im Ruhrgebiet ist der Frauenanteil etwas höher als anderswo: 2019 betrug er 51,1 Prozent, gegenüber 50,9 Prozent in Gesamt-NRW und 50,7 Prozent in Deutschland.

In einigen Bereichen hängt das Ruhrgebiet hinterher...

Aufgrund seiner anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten steht das Ruhrgebiet seit jeher im Zentrum vieler Untersuchungen, so zum Beispiel der IW-Regionalstudie: Alle vier Ruhrgebietsregionen zählen zur Gruppe der 19 gefährdeten Regionen Deutschlands. Im IW-Regionalranking 2020 wiederum liegen auf den hintersten zehn Rängen vier Ruhrgebietsstädte.

Das hat vor allem mit dem schlechten Abschneiden bei wirtschaftlichen Indikatoren zu tun:

Die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet lag 2020 bei 9,9 Prozent – über den 7,5 Prozent von NRW. Noch größer fällt der Unterschied im Vergleich zu Deutschland insgesamt aus: Hier betrug die Arbeitslosenquote 2020 nur 5,9 Prozent.

Bei der Wirtschaftsleistung (BIP) pro Kopf hängt das Ruhrgebiet ebenfalls zurück: 32.650 Euro erwirtschaftete jeder Bürger dort 2018. In NRW waren es 38.770 Euro, der Bundesschnitt lag bei 40.340 Euro.

Schlecht steht es auch um die finanzielle Situation der Kommunen im Ruhrgebiet: 2019 waren sie mit 4.255 Euro pro Einwohner verschuldet – das ist mehr als dreimal so viel wie der Bundesdurchschnitt (1.511 Euro). In Nordrhein-Westfalen insgesamt betrug der Schuldenstand der Kommunen 2.660 Euro pro Einwohner.

… in vielen anderen ist es vorne mit dabei

Die Metropolregion Ruhr bietet eine verhältnismäßig hohe Lebensqualität, die sich durch günstige Wohnpreise, einen hohen Kultur- und Freizeitwert und kurze Wege auszeichnet.

Die größten Anteile der Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche an der Gesamtfläche aller 396 Städte und Gemeinden Nordrhein-Westfalens haben Essen (11,9 Prozent), Gelsenkirchen (11,7 Prozent) und Oberhausen (11,5 Prozent). Das Ruhrgebiet insgesamt kommt auf 5,1 Prozent. Das sind deutlich höhere Werte als in NRW (2,5 Prozent) und Gesamtdeutschland (1,5 Prozent).

Auch der Anteil an Grünanlagen an der Gesamtfläche liegt mit 3,6 Prozent weit oberhalb des NRW-Durchschnitts von 1,6 Prozent. Im Vergleich zu Deutschland (0,9) ist er sogar viermal so hoch.

9,5 Prozent der Fläche werden für Verkehrswege genutzt, gegenüber 7,0 Prozent in NRW und 5,0 Prozent in Deutschland. Detaillierte Ergebnisse zur Flächennutzung nach Kreisen gibt es in der Regionaldatenbank Deutschland.

Viele Verkehrswege bedeuten allerdings nicht automatisch viel Zeitverlust durch Staus: Da landet das Ruhrgebiet nicht unter den Top Ten.

Im Ruhrgebiet beträgt die durchschnittliche PKW-Fahrtzeit zum nächstgelegenen Bahnhof 7,3 Minuten - Platz 1 im Bundesvergleich. In keiner anderen Metropolregion ist die Fahrtzeit geringer. Mit Blick auf die Anknüpfung an Autobahnen und Flughäfen liegt die Metropole Ruhr knapp hinter der Rhein-Region auf Platz 2.

In keiner Metropolregion sind die Menschen im Durchschnitt schneller beim Hausarzt, im Krankenhaus oder in einer Apotheke. Laut Berechnungen der IW Consult liegt die durchschnittliche PKW-Fahrzeit zum nächsten Krankenhaus bei 4 Minuten.

Auch bei der Anzahl der Krankenhausbetten je 1.000 Einwohner erreicht das Ruhrgebiet mit 7,8 Betten (Stand 2017) die Spitzenplatzierung unter den Metropolregionen. Damit ist die Versorgung genau so gut wie beim globalen Spitzenreiter Japan (ebenfalls 7,8). Im Deutschland-Schnitt sind es nur 6 Betten, in NRW 6,6 Betten.

Im Ruhrgebiet gibt es eine hervorragend aufgestellte und dichte Wissenschaftslandschaft. Mit 0,81 Hochschulen je 100 Quadratkilometern belegt die Region Platz 1 im Vergleich der betrachteten Metropolregionen, deren Durchschnitt bei 0,3 liegt.

Mit 22 Hochschulen hat das Ruhrgebiet die dichteste Hochschullandschaft in ganz Europa. Dazu zählen allein fünf Universitäten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Witten sowie Hagen als Standort der einzigen staatlichen Fernuniversität Deutschlands. Zudem hat mit der Folkwang Universität der Künste eine international renommierte Kunsthochschule ihren Sitz an der Ruhr. Hinzu kommen 17 Fachhochschulen, an denen Studierende ein praxisnahes und qualifiziertes Studium in verschiedensten Fachrichtungen wie Ökonomie, Logistik, Verwaltung oder Management aufnehmen können.

Und auch bei Zukunftstechnologien kann das Ruhrgebiet punkten. Etwa beim Wasserstoff, einem zentralen Baustein für ein klimafreundliches Energiesystem. Laut einer Studie der IW Consult landet die Metropolregion Ruhr im Wasserstoffranking auf Platz 1. Das industrielle Know-how ist groß, zudem gibt es im Ruhrgebiet die zweithöchste Dichte an wasserstoffaffinen Unternehmen. Und nach Einschätzung des Nationalen Wasserstoffrats gibt es bundesweit keine andere Region, in der die Wasserstoffinfrastruktur bereits so gut ausgebaut ist.

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